Jupiter’s Legacy

 Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die Original Ausgaben Jupiter’s Legacy # 1-5. Millar legt mit dieser Serie einen Plot vor, der in der Tradition solch bahnbrechender Superheldenserien wie Squadron Supreme, The Authority oder Watchmen steht.

Dabei greife ich völlig bewusst in die oberste Schublade des Genres, denn diese Serie hat es zweifellos verdient und rechtfertigt diese Vergleiche buchstäblich auf jeder Seite. Doch wie gelingt es selbst einem Ausnahmeautoren wie Millar das Superheldengenre zu beleben?

Nun, die Antwort ist relativ simpel. Millar erzählt eben keine Superheldenstory im herkömmlichen Sinne. Der Plot beginnt mit Fantasy Elementen. Eine Gruppe von Freunden bzw. Familie folgt der Vision eines Einzelnen und begibt sich dafür auf eine Reise ins Unbekannte auf der Suche nach einer mysteriösen Insel. Dort erhalten sie Superkräfte. Ab diesem Zeitpunkt erzählt Millar eine Sci-Fi Story. Die an sich genreüblichen Kämpfe von Helden gegen Schurken, die oft auch auf einem schwar-weiß Denken basieren, sind in einer Zeit vor der Erzählung Millars geschehen. Es gibt natürlich eine Ausnahme, die aber nur dazu dient, einen späteren Kampf vorzudefinieren.

Und wer kennt nicht die Redensart vom Esel, der sich aufs Eis begibt, weil es ihm zu gut geht? So ist jedenfalls in der Folge die Handlung der Helden zu erklären, die nun die Weltordnung neu erfinden, um alle Brandherde auf der Erde zu löschen. Dies mündet in einem totalitären Staat, gegen den Orwell’s 1984 oder Huxley’s Brave New World wie eine Wohlfühloase anmuten. Gleichzeitig werden die Menschen, die über Superkräfte verfügen, erbarmungslos gejagt. Diese Passage erinnert ein wenig an Millar’s Civil War, den er ja noch für Marvel geschrieben hatte. Millar bricht also mit dem schwarz-weiß Denken und damit mit den Kämpfen, Schurken gegen Helden, um seine Story zu erzählen.

Natürlich kommt gegen ein solches totalitäres System Widerstand auf. Auch hier ist Millar’s Kniff sensationell und zwar so sensationell, dass ich ihn hier nicht verraten möchte. Ich möchte lediglich preisgegen, dass es persönlich wird. Dieser Kontrast zwischen dem global totalitären System und der persönlichen Motivation des Widerstands ist ein weiteres Element, das den Reiz des Plots ausmacht. Selbstverständlich kann und muss die Situation des Widerstands als ausweglos erscheinen, um ein weiteres Spannungselement zu erzeugen.

Millar legt also eine sensationelle Story mit einem ausgeklügelten Setting vor, auf dessen Fortsetzung man als Leser nur ungern wartet.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s