Batgirl # 1

 

Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Batgirl # 35-40 sowie Secret Origins # 10.

Nach Beendigung des Gail Simone Runs wird mit diesen Ausgaben Batgirl völlig neu ausgerichtet und das gleich in mehrfacher Ausrichtung.

Ich gebe es gerne zu, dass meine Skepsis ob der Neuausrichtung groß war. Gleichzeitig ist es natürlich völlig nachvollziehbar, dass nach dem sensationellen Simone Run die Serie eine Neuausrichtung gebraucht hat, damit die Wege für ein neues Kreativ-Team frei sind.

Mit der Neuausrichtung werden durchaus keine halben Sachen gemacht. Babs Gordon zieht es von Gotham City nach Burnside. Dort will sie ihre Dissertation schreiben. Mit dem Umfeld werden auch neue Nebencharaktere eingeführt. Mit Francine gründet Babs eine WG und genau diese Francine wird gerader den Showdown des Plots wesentlich mitbestimmen.

Die Handlung selbst setzt eher behutsam ein. Cameron Stewart und Brenden Fletcher, das neue Autoren-Duo, nutzen die ersten Ausgaben, um Babs in Burnside einzuführen. Nach diesen ersten 2-3 Ausgaben setzt der eigentliche Plot um einen Schurken ein, der Babs immer mindestens einen Schritt voraus ist und sie so in große Gefahr bringt. Gleichzeitig muss sie sich um einen verschwundenen Computer Algorithmus kümmern, den sie in ihrer Zeit als Oracle entwickelt hat und der Verbrechen voraussehen soll.

Dieses Verquicken von Privatleben und Superheldendasein ist schließlich auch ein wesentlicher Impuls für den Plot, der darüber hinaus spannend erzählt ist. Wir fiebern förmlich bei Babs verzweifelter Suche nach dem „mind behind“ mit, das ihr Leben zur Hölle macht. Die Auflösung ist dann auch wirklich eine kleine Überraschung und mit Babs Vergangenheit als Oracle verknüpft.

Als weitere Erzählebene lernt Babs einen Mann kennen. Natürlich ist er Cop und natürlich jagt er Batgirl, deren Handlungen er für illegal hält.

Wäre das nicht schon genug, verbinden Fletcher und Stewart Batgirls neue Abenteuer noch mit den Birds of Prey. Dort kam es zwischen Batgirl und Black Canary zu einem Vertrauensbruch, dessen Geschichte hier fortgeführt wird. Näherer Vorkenntnisse bedarf es hierfür nicht. Entscheidender als die Ereignisse der Vergangenheit sind die auf der Gegenwart basierenden Verstrickungen, die hier erzählt werden.

Die Atmosphäre des Studentenlebens treffen die Autoren bestens und absolut lebensnah. Stellenweise habe ich mich selbst in meine Heimatstadt, Marburg, zurückversetzt gefühlt.

Gerade zu Beginn ist der Plot oft dialoggetrieben. Auch dies hat mich überrascht. Was ich nämlich wusste, war, dass der Zeichenstil sehr „cartoonig“ ausgerichtet ist. Hierauf gründete auch ein Großteil meiner Skepsis. Doch dieser Ansatz gegen den gemeinen Trend funktioniert, weil die Autoren mit ihrer Erzählwiese wiederum damit brechen, und diese neue Mischung funktioniert bestens.  Darüber hinaus verblüfft Babs Tarr, die für die Reinzeichnungen verantwortlich ist, mit sehr detaillierten Panels.

Die Story aus Secret Origins erzählt ansatzweise, wie Babs nach ihrer Wunder-OP wieder laufen konnte.

Mit den verschiedenen Erzählebenen und insbesondere der Verquickung von Privatleben und Superheldendasein haben Stewart und Fletcher hier etwas Besonderes geschaffen. Sie treten aus dem langen Schatten einer Gail Simone heraus, so dass es sich lohnt, der Serie auch weiter zu folgen.

Panini veröffentlicht den Band mit einem zusätzlichen Variant Cover (untere Abbildung).

 

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