S.H.I.E.L.D. # 3: S.H.I.E.L.D. Legenden

S.H.I.E.L.D.+3 Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben S.H.I.E.L.D. # 11 und # 12 sowie das S.H.I.E.L.D. 50th Anniversary. # 1. Gleichzeitig handelt es sich vorläufig um den Abschlussband der Serie.

Inhaltlich sowie atmosphärisch waren die ersten beiden Bände deutlich näher an die TV-Serie angelehnt. Dass sich der vorliegende Band, dessen Handlung ebenfalls VOR Secret Wars stattfindet, hiervon ein wenig entfernt, ist zunächst einmal ein Fakt, aber bedeutet bei weitem nicht, dass die hier abgedruckten Stories weniger unterhaltsam wären.

Die ersten beiden Stories sind klassische One Shots. Ein sichtlich gealterter Dominic Fortune bittet S.H.I.E.L.D. um einen gefallen, dem Coulson nach reiflicher Überlegung auch nachkommt.

Diese von Mark Waid geschriebene Story weiß mit feinem Humor und noch mehr mit einem ordentlichen Schuss Ironie zu gefallen. Es rundet die bisherigen Stories ab, denn bei allen bisherigen Gastauftritten hätte ich Dominic Fortune an erster Stelle von den Marvel Charakteren genannt, die ich bisher bei S.H.I.E.L.D.  vermisst habe. Und wo Dominic Fortune ist, kann Howard Chaykin nicht weit sein. In dieser Story ist er ausschließlich als Zeichner tätig. Dennoch versteht er es mit seinem Stil, der Story seinen Stempel aufzudrücken.

Die zweite Story betont mehr die strategische Bedeutung von S.H.I.E.L.D. Sie müssen einen Mord an Odin verhindern, um wiederum den Rachefeldzug der Asen an der Menschheit erst gar nicht ereignen zu lassen.

Diese Story ist mit relativ hohem Tempo erzählt und endet in dem ungläubigen Blick Odins, als sich ihm „unwürdige Sterbliche“ eben nicht beugen, sondern ihm gehörig die Meinung sagen. Genau auf diese Pointe arbeitet der Plot hin und ist darauf ausgerichtet. Dass dies funktioniert, ist natürlich auch der Verdienst von Joe Bennett, der Odin die entsprechende Mimik  ins Gesicht zaubert.

Das eigentliche Kernstück des vorliegenden Bandes ist natürlich die extradicke Ausgabe zum 50jährigen S.H.I.E.L.D. Jubiläum, die in 5 Kapiteln mit einer jeweils in sich abgeschlossenen Story verschiedene Charaktere in den Vordergrund stellt.

Gleich das erste Kapitel thematisiert mit Daisy „Quake“ Johnson einen Charakter, der nicht allzu oft im Brennpunkt steht. Auf stellenweise witzige Art und Weise versucht Daisy ihren Platz im Superheldenbusiness zu finden und doch auch S.H.I.E.L.D. Agentin zu sein. Dies ist von Rosenberg hervorragend und sehr sensibel geschrieben.

Die Story um Mockingbird verblüfft mit Detailreichtum und lässt den Leser auch mit einem kleinen Fragezeichen zurück. Kann Mockingbird wirklich Gedanken lesen oder verfügt sie einfach nur über eine brillante Menschenkenntnis? Auch ihre Rückkehr von den Toten wird thematisiert. Diese wird ansatzweise erklärt, aber erfüllt aufgrund des ironischen Beigeschmacks den Zweck.

Ein kleines Highlight ist für mich die Zusammenarbeit von Fury, sr. und Fury, jr., die in der Vergangenheit zusammenarbeiten müssen, um den Hate Monger zu stellen. Gerade die Freunde klassischer S.H.I.E.L.D. Stories bzw. der „Jim Starlin Variante“ von Nick Fury werden sich hier bestens unterhalten fühlen, weil sie hier den Nick Fury sehen dürfen, den sie seit Jahren kennen und nicht den desillusionierten, egoistischen Typen, der sich seit Original Sin verborgen hält.

Die dichteste Verzahnung mit der TV-Serie bietet dann schließlich der Plot um Melinda May, deren Rekrutentest unversehens zu einem Ernstfall führt. Die Story ist von Luke Ross wunderbar gezeichnet und zeigt, dass May nicht nur erstklassig darin ist, Agenten zu retten, sondern auch über Führungsqualitäten verfügt.

Pure Unterhaltung auf bestem Niveau liefert Kathryn Immonen mit der Story um Peggy Carter ab. sie erzählt, wie Carter von S.H.I.E.L.D. angeworben wird. Lady Sif wirkt in der Story anfangs wie ein Fremdkörper, aber Immonen nutzt Fury, um zu erklären, warum auf sie zurückgegriffen wird. Die Pointe um Sif und Carter, die schließlich ausbüchsen, um einen drauf zu machen, ist vielleicht ein wenig vorhersehbar, aber ist sehr stimmig und funktioniert bestens.

Der abschließende Band # 3 der Serie bietet also noch einmal Unterhaltung auf höchstem Niveau und weiß durchgehend zu gefallen und teilweise sogar zu begeistern.

 

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