Tag X # 3: Russen auf dem Mond!

DER+TAG+X+BAND+3%3A+RUSSEN+AUF+DEM+MOND Bei dem vorliegenden Band handelt es sich eigentlich um den ersten dieser Serie, wenn man die französische Original Reihenfolge berücksichtigt. Doch dies soll nur eine Randnotiz sein und ist mehr der Chronistenpflicht geschuldet.

In dieser alternativen Betrachtung der Geschichtsschreibung von Fred Duval und Jean-Pierre Pècau haben die Russen den Wettlauf zum Mond gewonnen, weil die amerikanische Landefähre während des Landeanflugs von einem Mikro-Meteoriten zerschossen wurde. Als Konsequenz errichteten die USA eine dauerhafte Mondstation, was die UdSSR natürlich und zwangsläufig auf den Plan rief, ihrerseits ebenfalls eine Mondstation zu bauen.

Erneut weiß das Autoren-Duo mit vielen Details in ihrem Szenario der alternativen Geschichtsschreibung zu begeistern, gar zu verblüffen.

Die Idee, den Mond dauerhaft zu besiedeln, dürfte erstmals Jules Verne in seinem Roman Von der Erde zum Mond bereits 1865 aufgegriffen haben. Natürlich gab es auch in der Realität Pläne oder Wünsche der NASA, eine solche Raumstation zu bauen. Diese wurden zwar hin und wieder auch öffentlich geäußert, aber nie umgesetzt. Irgendwelche Verschwörungstheorien sollten hier bewusst außen vorgelassen werden.

Nach einer Notsituation arbeiten die Wissenschaftler beider Supermächte eng zusammen, ohne dass dies die jeweiligen Vorgesetzten auf der Erde je erfahren. Es ist schon ein geschickter Kniff, wie Duval und Pècau dies auch vor dem Hintergrund erklären, dass die Besatzung auf den Raumstationen von Zeit zu Zeit immer wieder abgelöst wird. Ein wenig scheint dieser Twist zu klemmen, aber immerhin liefern die Autoren überhaupt einen Erklärungsversuch ab, der zumindest inhaltlich nicht abwegig erscheint. Zumal sie sich nicht scheuen, unpopuläre Wege zu gehen, als ein linientreuer Agent der Russen nach dem Rechten sieht. Die Autoren sorgen auch hier für ein Gleichgewicht, indem sie auch auf der amerikanischen Seite einen übereifrigen Agenten, der bewusst überspitzt als schießwütiger Cowboy dargestellt wird, etablieren.

Die weiteren Wendungen möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Sie greifen aber wie die Rädchen einer gut geölten Maschine ineinander, so dass ein spannender und überaus lesenswerter Plot entsteht. Natürlich haben auch die US-Präsidenten, Richard Nixon und Jimmy Carter, wie auch der damalige Staatschef der UdSSR, Leonid Breschnew, ihre Gastauftritte. Diese Gastauftritte stehe nicht zuletzt dafür, dass der Wettlauf um das erste Betreten des Mondes nicht nur ein Wettstreit, sondern durchaus ein modifiziertes Wettrüsten als Folge des Kampfes der Ideologien war. Dass dies dann nicht zu dogmatisch wird, ist eine weitere Leistung der Autoren. Dies realisieren sie dadurch, dass sie ihren Plot über die auf dem Mond stationierten Wissenschaftlern gleich auf mehreren Ebenen personalisieren. Dass dies wiederum in der dargelegten Form beim Leser ankommt, basiert auf nachvollziehbaren und lebensnahen Charakterisierungen.  In diesen Passagen wird auch hiervon der Plot, der daneben wohl dosierte ironische Spitzen aufweist, getragen, was sich allerdings mit Fortlauf der Story ändert. Der Schluss erinnert dann ansatzweise an den Film Angriffsziel Moskau, wobei die bombardierten Raumstationen Stellvertreter für die Territorien der beiden Supermächte sind.

Der Schluss ist in jeder Hinsicht versöhnlich und unterstellt, dass wir Menschen schließlich doch vernunftbegabt sind. Es macht schlichtweg Spaß, sich auf das Gedankenexperiment der Autoren einzulassen und in ihre alternative Welt einzutauchen.

Das Artwork ist typisch franko-belgisch und legt viel Wert auf die Charaktere und weniger auf Hintergründe.

Im Übrigen kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich dieses Album auch über das spektakuläre Cover verkauft.

 

 

 

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