Malcolm Max # 2: Auferstehung

 Mit dieser Fortsetzung halten Peter Mennigen und Ingo Römling nicht nur das ungemein hohe Niveau der Premierenausgabe, sondern steigern sich noch. Das liegt natürlich daran, dass Kapitel # 1 die Basis gelegt hat, auf der sie nun aufbauen können.

Charaktere werden verfeinert dargestellt und insbesondere die beiden Mädchen, Miranda und Emmeline, haben ihren Auftritt. Sie verfügen über ein gewisses Maß an kindlicher Naivität und sind dabei doch so scharfsinnig und zynisch, wie es sich eigentlich für Kinder in ihrem Alter verbietet. Dieses scheinbare Paradoxon macht sie zu ungemein wertvollen Nebencharakteren, die gerade die erste Hälfte des Bandes wesentlich mitprägen.

Auch über Charisma und Malcolm erfahren wir ein wenig mehr, wobei sie lange Zeit getrennt voneinander agieren und das Erzähltempo an dieser Stelle von den wechselnden Handlungsorten der beiden Protagonisten bestimmt wird.

Kernstück des Bandes und treibende Kraft der Handlung bleiben aber die geschliffenen Dialoge, die mit ihrer Ironie durchaus auch das Zwerchfell attackieren. Dabei weiß Mennigen die Ironie als Instrument so einzusetzen, dass er sie nicht überspitzt. Angesichts einer Gefahr kann er durchaus die Ironie zurückstellen und seine Charaktere handeln lassen.

Es gehört dann einfach dazu, dass Malcolm und Charisma, ihren Gegenspieler, Leech, unterschätzen und dabei in Lebensgefahr beraten.

Doch bei allem Spaß hat der Plot auch durchaus einen ernsten Hintergrund. England befindet sich and er Schwelle zur Industrialisierung. Die konstruierten Maschinenmenschen, die durchaus auch ein gewisses Steam Noir Element, in die Handlung einbringen, nehmen Menschen den Arbeitsplatz weg. Sie streiken nicht, werden nicht müde und ihr Unterhalt ist billiger als die Lohnkosten, die üblicherweise für Menschen aufzubringen sind. Mennigen spricht hier ein Problem an, das uns auch heute noch so oder in abgewandelter Form im Tagesgeschehen beschäftigt.

Hinzu kommen natürlich die Horror Elemente, wie die Geister, die Max beschworen hat und die ihren Tribut einfordern.

Doch all dies wäre ohne einen glänzend aufgelegten Ingo Römling nicht darstellbar. Er fängt nicht nur das düstere London gekonnt ein, sondern besticht auch in diesem Band durch seine wechselnden Panelanordnungn, die das Erzähltempo mitgestalten.

Malcolm Max ist derzeit eine der besten deutschen Produktionen und darf in keiner Comicsammlung fehlen.

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