Claire DeWitt # 1: Bis dass der Tod uns scheidet

 Claire DeWitt ist eine Kopfgeldjägerin und zwar eine von der harten Sorte. Begleitet wird sie von Gerd. Sie jagen seit geraumer Zeit Jonah Falk. Diese Jagd ist längst persönlich geworden und Claire würde alles tun, um ihre Zielperson zu erwischen – tot oder lebendig.

So weit, so gut. Der Plot erscheint zunächst ein klassischer Western zu sein. Hierfür sorgen auch die meist kantig  und schmutzig dargestellten Männer und die Kulissen, die ebenso an Western Klassiker wie Faustrecht der Prärie oder Ringo erinnern.

Und doch haben wir einen klassischen Genre Mix, einen Vampir-Western. Willem Ritstier legt seine Handlung intelligent an. Mit der persönlichen Komponente, dass sich Claire ihrer totgeglaubten Zwillingsschwester gegenübersieht und dass sogar der Tod ihres Vaters angezweifelt wird, macht die Handlung mysteriös und verleiht ihr den Hauch einer Soap.

Wenn wir von Vampiren lesen, darf natürlich eine gewisse erotische Komponente nicht fehlen. Hierfür steht eben Lilianne, Claires Zwillingsschwester. Des Weiteren sei hier an den ungemein ausführlichen Anhang verwiesen, der sowohl aus einem interessanten Interview mit Willem Ritstier, als auch aus einem sehr ausführlichen Skizzenteil besteht.

Gekonnt gesetzt ist auch der Cliffhanger. Dieser ist so raffinert angelegt, dass ich noch nicht weiß, wie Ritstier diesen auflösen wird.

Die Charaktere sind vielschichtig angelegt. Claire DeWitt ist eine knallharte Kopfgeldjägerin. Und doch ist da auch die persönliche Komponente um ihre Familiengeschichte, die freilich noch zu erzählen ist, die diesen Charakter mitträgt. Unabhängig hiervon ist sie der Typ, der in einem klassischen Western das Piano in einem Saloon verstummen lässt.

Gerd ist dagegen fast schon eine Bremse. Er ist verletzt und rät Claire immer wieder zur Flucht. Letztenends folgt er ihr aber. Damit wird schnell klar, wer das Team führt und dominiert.

Die Dialoge sind, wie es für einen Western typisch ist, kurz, prägnant und nahezu lakonisch. So ist es dann auch der Mix aus klassischen Western Motiven mit Horror Elementen, die den Reiz der Handlung ausmachen und den Leser für sich einnimmt. Ferner profitiert der Plot von seinen verschiedenen Erzählebenen und Nebensträngen, die stringent auf den Cliffhanger ausgerichtet sind und in diesem münden.

Freunde des Western Genres, aber auch Horror Fans, werden sich durch den vorliegenden Band bestens unterhalten fühlen.

 

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