Alice Matheson # 1: Tag Z

 Comics, die Zombies thematisieren, gibt es längst wie Sand am Meer. Es muss daher die Frage erlaubt sein, ob der Markt dann noch eine weitere Serie braucht. Autor von Alice Matheson  ist immerhin Jean-Luc Istin, der uns mit Die Druiden begeistert, mit Götterdämmerung mitgerissen hat und mit Die Nacht der lebenden Toten bewiesen hat, dass er Zombies kann.

Was den Reiz der Serie ausmacht, ist der Genre Mix aus Krimi und Horror sowie die Wahl der Erzählperspektive. Istin wählt die Titelheldin, die nichts Anderes als eine Serienkillerin ist, als Erzählstimme. Alice ist also nicht der Charakter, mit dem wir uns so ohne Weiteres identifizieren. Sie tötet aus einem einzigen Grund: Sie hat Spaß daran. Ihre Obsession hat sie im Laufe der Zeit längst vervollkommnet.

Istin benötigt nur wenige Seiten, um Alice Matherson als zentralen Charakter einzuführen und eng mit der Handlung zu verweben. nicht umsonst ist also sie die erste Beschäftigte des Krankenhauses, die mit einem Zombie in Berührung kommt. Alice selbst ist eiskalt, analysiert ständig ihre Situation und handelt entsprechend.

Neben der sich zuspitzenden Situation, die sich vorrangig aus der wachsenden Anzahl an Infizierten ergibt, fügt Istin seinem Plot nach und nach neue Charaktere hinzu. Auch wenn an dieser Stelle noch nicht völlig klar sein kann, wie sich die zahlreichen Charaktere in die Handlung einfügen, wird schnell klar, dass jeder dieser Charaktere seine besondere Bewandtnis erhalten wird. Zweifelsohne haben einige dieser Charaktere auch ihr Geheimnis.

Istin verfolgt jedoch auch recht konventionelle Pfade. Zumindest bisher kennen wir nicht die Quelle der Zombies. sie sind einfach da und vermehren sich. Hieraus zieht der Plot seine Spannung und erlangt das Besondere aus dem gelungenen Genre Mix, der noch durch den einen oder anderen Splatter Moment ergänzt wird.

Philippe Vandaële, dessen Erstlingswerk Alice Matheson ist, hat hieran einen großen Anteil. Zunächst verleiht er den vielen Akteuren ein eigenes, individuelles Gesicht, was allein schon eine Herausforderung ist. Mit seiner Panelarchitektur steuert er das Erzähltempo. er verleiht den Panels Dynamik, wenn beispielsweise die Zombies angreifen und kann durchaus auch das Tempo verlangsamen, wenn das Ärzteteam im Konferenzsaal die Lage bespricht. Doch auch hier wechselt er immer wieder die Perspektive, so dass sich unser Blickwinkel ständig ändert. Gelungen ist auch der Kontrast zwischen der nüchternen Krankenhausatmosphäre und London selbst.

Schließlich mündet die Handlung von Band # 1 gleich in 2 genial gesetzte Cliffhanger, die für reichlich Vorfreude auf Band # 2, der schon für September vorgesehen ist, sorgt.

Mit Alice Matherson veröffentlicht der Splitter Verlag eine ganz besondere Serie, die jeden Leser verdient hat und die mit Sicherheit noch für viel Spannung und Unterhaltung sorgen wird.

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