Die alten Knacker # 1: Die übrig bleiben

Die alten Knacker Bd. 1: Die übrig bleiben Als ich mir den Titel zugelegt habe, habe ich mich gefragt, was wohl geschieht, wenn ein alter Knacker einen gleichnamigen Titel liest. Die Antwort gibt’s am Schluss dieser Rezension.

Altern ist nicht immer die angenehmste Erfahrung, die man im Leben machen kann, aber immerhin die effektivste Art nicht zu sterben. So oder so ähnlich denken wohl Antoine, Emile und Pierre. Anlässlich einer Beerdigung (welcher Anlass lockt sonst alte Knacker aus dem Haus?) kommen sie zusammen. Im Umfeld dieser Beerdigung erfährt Antoine, der Ehemann der Verstorbenen, eine böse Überraschung, die weitere Ereignisse in Gang setzt.

Der Plot des vorliegenden Bandes erscheint auf den ersten Blick ereignisarm, fast belanglos und in jedem Fall völlig unaufgeregt. Doch das gilt nur für den ersten oberflächlichen Blick. Tatsächlich sprüht dieser Band vor Wortwitz, Sozialkritik und jeder Menge Klischees.

Die drei Senioren schwelgen immer wieder in Erinnerungen an vermeintlich bessere Zeiten und müssen sich doch von Sophie, der Enkelin der Verstorbenen, gnadenlos vor Augen führen lassen, dass sie aus diversen Gründen die schlimmste Generation der Menschheit sind. Sophie steht folglich für den Generationenkonflikt, der mit leichter Hand und viel Humor aufgearbeitet wird. Dies gilt auch für die Melancholie, die immer wieder aufzukommen droht. Kurz bevor dies geschehen könnte, bricht Lupano damit und überdeckt dies mal mit leichter Ironie oder auch mal mit einem ordentlichen Schuss Sarkasmus bishin zu slapstickhafter Situationskomik.

Tatsächlich zeigen die alten Knacker, dass sie immer noch für jedes Abenteuer und jede Aktivität zu haben sind. Es bedarf nur des entsprechenden Anstoßes.

Die Lektüre des Comics ist anspruchsvoll und sogar spannend. Lupano spielt mit den Klischees und lässt sich am Ende jede Option für eine Fortsetzung offen.

Die Zeichnungen von Cauuet kann man an dieser Stelle nicht genug loben. Sie sind glaubhaft und nachvollziehbar. Da sitzt jede Altersfalte und auch die Körperhaltung ist einfach stimmig. Der Stil selbst hat einen Cartoon Einschlag, aber die Zeichnungen sind dann doch so detailliert wie man das von einem klassischen franko-belgischen Stil kennt.

Und um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Ich fühle mich großartig unterhalten, obwohl diese alten Knacker doch noch deutlich älter sind als der alte Knacker, der den Band rezensiert hat.

 

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2 Gedanken zu “Die alten Knacker # 1: Die übrig bleiben

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