Dr. Strange: Anfang und Ende

DOCTOR+STRANGE%3A+ANFANG+UND+ENDE DOCTOR+STRANGE%3A+ANFANG+UND+ENDE+HARDCOVER Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die komplette Miniserie Dr. Strange: Beginnings and Endings.

Längst ist es Usus geworden, dass von Zeit zu Zeit an der Origin eines Superhelden gedreht wird, d.h. neue Details hinzugefügt werden oder gar die komplette Origin „auf links“ gedreht wird. Joseph Michael Straczynski hat dies schon bei Spider-Man getan und hierfür teilweise herbe Kritik geerntet.

Nunmehr widmet er sich mit der vorliegenden, 6teiligen Miniserie Dr. Strange, dem Sorcerer Supreme. Was also Stan Lee, dem ungekrönten Weltmeister aller Zeiten in der Kategorie „komprimierte Erzählform“ und Steve Ditko in Strange Tales # 110 auf wenigen Seiten gelang, nämlich seine Origin zu erzählen, weitet Stracz auf 6 US-Ausgaben aus. Damit dies nicht in einem simplen Auswälzen endet, muss er der Story einige Details hinzufügen und greift auch auf Ereignisse zurück, die bei Lee und Ditko im weiteren Verlauf der Serie geschehen. Das tut er mit dem gewohnten Können, das ihn auch bei seiner über 8 Jahre langen Strecke bei Amazing Spider-Man ausgezeichnet hat, und doch finden wir auch vieles Vertrautes vor.

Natürlich muss auch hier Dr. Strange zunächst ein arroganter Schönheitschirurg werden, der nur auf sein Bankkonto schielt und die Ideale seiner jungen Jahre nach und nach vergisst. Natürlich hat er auch hier einen tragischen Unfall, der seine Hände für die Chirurgie unbrauchbar werden lässt und auch hier landet er buchstäblich auf dem Boden einer Gasse. Ein zunächst überflüssiger Bogen erscheint Stranges Familie zu sein, aber Stracz greift darauf am Ende seiner Story zurück und trifft damit seine Leser völlig unerwartet in der Magengrube. Überhaupt lebt der Plot von einigen Twists, die völlig überraschend gesetzt werden. Der Plot ist zunächst dialoggetrieben und der Leser merkt, dass er sich im Bereich der Wissenschaft befindet. Erst die letzten beiden US-Ausgaben bescheren ein Mehr an Action und Okkultem. Diese Entwicklung bereitet Stracz, der hier von seiner Muse Sara Barnes unterstützt wird, sorgsam vor.

Brandon Peterson liefert ein meisterhaftes Artwork ab. Besonders die Mimik von Dr. Strange mit der kompletten Emotionspalette beeindruckt. Doch auch das Betrachten des Sanctum Sanctuorum lohnt ein wenig länger auf der Seite zu verweilen.

Straczynski und Barnes liefern mit dieser Miniserie eine Modernisierung der Origin von Dr. Strange ab. Besonders Leser, die sich im Vorgriff auf den Kinofilm mit dem Meister der Magie erstmals befassen wollen, wird diese Miniserie begeistern. Wer die Lee / Ditko Origin kennt, soll sich von den vielen neuen Details und der einen oder anderen Neuausrichtung der Nebencharaktere abholen bzw. mitnehmen lassen.

Neben der regulären Ausgabe veröffentlicht Panini ein auf 333 Exemplare limitiertes Hardcover (rechte Abbildung). Im Übrigen ist diese Miniserie schon einmal als 100% Marvel # 17 erschienen.

 

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