Spider-Woman # 1: Geburt mit Hindernissen

SPIDER-WOMAN+1 Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Spider-Woman # 1-5.

Jessica Drew ist schwanger und wir erfahren, dass sich eine Schwangerschaft einer Superheldin sich zunächst einmal gar nicht so sehr von der Schwangerschaft einer „normalen Frau“ unterscheidet.

Augenzwinkernd schildert Dennis Hopeless, dass Jessica besonderen Heißhunger auf Lebensmittel entwickelt, die für eine Schwangere tabu sind, bisweilen ist Jessica vergesslich, hat eine kurze Zündschnur und denkt mit fortlaufender Schwangerschaft immer mehr an ihr Baby. Schließlich kommt sie der Empfehlung von Carol Danvers nach und sucht ein außerirdisches Krankenhaus auf. Und hiermit beginnt das eigentliche Chaos, denn Jessica muss rasch feststellen, dass ihr Mutterschutz jäh gestrichen wird.

Hopeless kann man einen gewissen Sinn für Humor und Ironie nicht absprechen, denn es sind ausgerechnet Skrulls, die das Krankenhaus okkupieren.

Welcher Vater, der seine schwangere Frau einmal bei einem Vorsorgetermin begleitet hat, kennt das nicht? Überfüllte Wartezimmer sind an der Tagesordnung. Und je besser der Ruf des Arztes ist, kann das noch bis ins scheinbar Unerträgliche getoppt werden. Hinzu kommt die mal mehr, mal weniger latente Übellaunigkeit der Herzliebsten, die gerade angesichts eines überfüllten Wartezimmers entweder schlechte Laune oder schlechte Laune vor Hunger hat. all dies schildert Dennis Hopeless mit einem fetten Augenzwinkern und ich bin mir sicher, dass er selbst schon einmal eine schwangere Frau hatte. Dafür ist seine Schilderung viel zu lebhaft und zu nah an der Realität. hierzu gehört auch, dass Spider-Woman über ihrer Kräfte hinausgeht, um die Skrulls zu schlagen. Typisch, Supermama eben.

Der Plot nimmt nach der Geburt des Kindes (nein, das Geschlecht verrate ich nicht) einen Twist und wird von den typischen Alltagssorgen und Gewissensbissen einer Mutter beherrscht. Bin ich als Mutter gut genug? Genüge ich meinen eigenen Ansprüchen und vor allem den Bedürfnissen meines Kindes? Dies führt sogar dazu, dass Jessica ihren ersten Abend in „Freiheit“ trotz eines guten Babysitters nicht wirklich genießen kann und eigentlich gar nicht daran teilnimmt.

Ja, wir haben auch Jessica Jones als Superheldin schwanger erlebt und wir kennen Julia Carpenter als Alleinerziehende. Doch, was Hopeless hier abliefert, geht mindestens einen Schritt weiter und wirkt dadurch sowohl dynamischer, als auch realitätsnäher. Ich wette, dass jeder Vater bei der Schilderung Spider-Womans als Schwangere lächelnd nickt und denkt: „Ja, genauso ist es.“ Das macht in jeder Hinsicht Spaß und unterhält uns bestens. Das Eindringen der Skrulls in das Krankenhaus, das sich irgendwo im All befindet, verursacht nicht nur einen closed room Effekt, sondern bringt die notwendige Dynamik in die Handlung, so dass wir neben dem Soap Effekt einer schwangeren Heldin auch die notwendige Portion Superheldenaction geboten bekommen.

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