Tomboy

Tomboy  Unter Tomboy versteht man gemeinhin eine Frau, die sich gegensätzlich zur üblichen bzw. traditionellen Verhaltensmuster der Geschlechter verhält. Passender könnte wohl der Titel dieses spannenden Comics aus dem Hause Splitter kaum sein.  Der Plot stammt aus der Feder keines Geringeren als Walter Hill, der uns vor allem durch den Eddie Murphie / Nick Nolte Filmklassiker Nur 48 Stunden bekannt ist. Den Feinschliff für die Neunte Kunst wurde von Matz verliehen, den wir wiederum von Serien wie Querschläger  (auch mit Walter Hill) und vor allem Der Killer kennen.

Dies ist definitiv kein Plot von der Stange und dies im besten Sinne.

Frank Kitchen (wenn er denn wirklich so heißt) ist ein Berufskiller und zwar von der eiskalten Sorte. Er weiß, dass das, was er tut, falsch ist, aber dennoch fehlt von Reue jede Spur. Gleichzeitig weiß er, dass er mit seinem Leben und seinem Beruf hart am Wind segelt und dass sich vermutlich irgendwann einmal jemand an ihm rächen wird.

Doch mit dieser Art der Rache hatte selbst er nicht gerechnet. Als er in eine Falle gelockt und überwältigt wird, wacht er als Frau wieder auf.

Ohne Frage merken wir rasch, das sich Matz auf bekanntem Terrain bewegt. Frank Kitchen wird als Charakter multidimensional vorgestellt und handelt auch entsprechend komplex. Gerade der Teil nach der Geschlechtsumwandlung bis zu der Wendung, als sich Frank mit und in seiner neuen Rolle zurechtfindet, ist enorm charaktergetrieben und doch voller Spannung, was auf die unglaubliche Intensität der Erzählung zurückzuführen ist.

Natürlich nimmt Frank Rache. wie er dies tut, wird in einem raffiniert angelegten Subplot zunächst angelegt. Erst gegen Ende des Bandes wir dieser Subplot mit der Haupthandlung zusammengeführt. Auch dies ist ein weiteres Mittel, mit dem Hill und Matz Spannung erzeugen.

Franks Rachefeldzug steht für die Suche nach seiner Identität und seinem neuen Platz in der Gesellschaft. Je intensiver er danach sucht, desto leichter fällt ihm sein Rachefeldzug, der auf eine gewisse Art und Weise auch mit dem Ende des Bandes noch keinen Abschluss findet. Ob dies dann ein Happy End ist, mag jeder Leser für sich selbst entscheiden. Wirklich wichtig für die Beurteilung dieser außergewöhnlichen Story ist das aber nicht.

Wie auch bei Querschläger (erscheint ebenfalls bei Splitter) steuert Jef ein Artwork bei, das kaum besser zum Plot passen könnte. Er versteht es, Frank jede Emotion in die Mimik zu legen. Hierzu gehört auch, dass Frank hier und da eiskalt und emotionslos handelt.

Insbesondere Leser, die eine außergewöhnliche Actionstory suchen, werden bei Tomboy nicht nur fündig, sondern auf einen Ritt mitgenommen, von dem sie schlichtweg begeistert sein werden.

 

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