isoundwords # 38: Die Eine über Geschenketipps zu Weihnachten 2016

Als ich diese Kolumne schreibe, wurde Uli Hoeneß erneut zum Präsidenten des FC Bayern München wiedergewählt. Dies mag hier und da umstritten sein, aber meiner Meinung nach hat er finanziell wie ideell seine Schuld an der Gesellschaft bezahlt und hat damit seine zweite Chance verdient.

Gleichzeitig muss ich mich entschuldigen, dass diese Kolumne verspätet an den Start geht. Leider war es mir aus privaten wie beruflichen Gründen nicht möglich, pünktlich zu sein.

Doch nun zum eigentlichen Thema:

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Comic News 09/2016

Da im August leider aus terminlichen Gründen keine News erschienen sind, gibt es diesmal etwas mehr.

Carlsen Comics

Die Kollegen des Comic Reports haben mit Klaus Schikowski ein lesenswertes Interview über das Herbst / Winter Programm 2016/17 geführt.

Panini

Panini gibt seine Gäste  und die Messe Specials anlässlich der Comic Action Essen bekannt.

Aktuell ist keine weitere Veröffentlichung von Daredevil geplant. Panini wird den Abverkauf der Backlist in der nächsten Zeit beobachten und dann gff. neu entscheiden.

Weiter bzw. neu gestartet geht es dagegen mit Spider-Man 2099 (Ende diesen Jahres) sowie Moon Knight (Anfang 2017).

Reprodukt

Dirk Rehm stellt im Comicforum das laufende Programm des Verlages vor.

Schreiber und Leser

Hier geht’s zum Programm des Münchner Verlags samt Interview mit Colin Wilson.

Comic Satellit

Zum zweiten Male findet im Orbit der Buchmesse der Comic Satellit statt. Hier gibt es eine erste Übersicht über das Programm.

David Boller

Mit diesem Facebook Eintrag feiert der Schweizer Ausnahmekünstler, david Boller, das 20-jährige Jubiläum von Kaos Moon.

 

Tell, Band # 2: Walter

 Nach dem spannenden, ja sensationellen, Band # 1 hat David Boller im Juni 2014 Band # 2 nachgelegt. Und wer Band # 1 gemocht hat, wird von Band # 2 begeistert sein. Charaktere und Setting sind eingeführt, so dass Boller direkt in media res gehen kann.

Gessler ist und bleibt der Erzfeind von Tell, den er in Band # 1 niedergestreckt hat. Doch Tell kehrt mit seinem Sidekick Walter zurück und begibt sich auf die Suche nach Gessler.

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Ewiger Himmel – Ein Schweizer in Amerika

  „Nein, ich bin kein Fan von Online Comics!“ Diesen Satz hätte ich noch vor nicht allzu langer Zeit voller Inbrunst und Überzeugung von mir gegeben. Doch dann haben „Der Zuckerfisch“ von Naomi Fearn und Sarah Burrinis „Das Leben ist kein Ponyhof“ diese Meinung aufgekrustet. Doch diese beiden Comics verfolgen das Konzept eines Strips.

Eine ganz andere Dimension hat „Ewiger Himmel“ von David Boller (AIR, Kaos Moon, Tell, Bakuba). Seit 2010 veröffentlicht David seinen Comic online und immer mit dem Ziel vor Augen, ihn auch in gebundener Form zu veröffentlichen. Darüber hinaus erschien „Ewiger Himmel“ bereits in großen Teilen in der „Comix“.

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Tell # 1: Die Legende kehrt zurück

Nach seiner Rückkehr aus den USA in die Schweiz hat David Boller seinen Verlag Virtual Graphics gegründet und bereits mit Bakuba, seiner Autobiografie Ewiger Himmel sowie AIR unterschiedliche Projekte auf hohem Niveau veröffentlicht.

Da in diesen Tagen Tell # 2 erschienen ist, nehme ich es zum Anlass, die Rezension von Teil 1 noch einmal in überarbeiteter Fassung einzustellen.

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In der Sekte

 Sektentum war zu meiner Schulzeit durchaus ein Thema, das auf dem Lehrplan stand. Damals wie heute war bzw. ist dies ein wichtiges Thema, das nur allzu gern totgeschwiegen wird. Klar, zu dieser Zeit standen andere Sekten im Vordergrund, aber die Landschaft hat sich auch im Sektentum geändert und die Scientologen haben sich mehr und mehr in den Vordergrund gedrängt.

Als aktuelles Thema war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis dies auch in einem Comic behandelt werden würde. Dieses Themas haben sich nun Pierre Guillon und Louis Alloing in ihrer beim Schweizer Verlag, Virtual Graphics, erschienen Graphic Novel „In der Sekte“ angenommen. Marion ist eine moderne, junge Frau, die noch am Anfang ihres Berufslebens steht und dort mit den üblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Sie „experimentiert“ mit Drogen herum, aber das ist nicht ausschlaggebend, sondern nur eine Begleiterscheinung, wie sie an Scientology geriet. Vielmehr wollte sie auch hier etwas Neues ausprobieren, neue Wege nach einer gescheiterten Beziehung gehen. So gerät sie nach anfänglichen harmlos erscheinenden Kontakten immer tiefer in die Fänge einer Sekte. Sie erklimmt dort scheinbar eine Karriereleiter, womit sie sich nur noch mehr mit Scientology verwurzelt. Als sie dies schließlich erkennt, zieht sie die Reißleine.

Das wirklich Beklemmende ist, dass Marion eigentlich eine ganz normale Frau ist, die im Leben steht. Doch wie wir alle bewegt sie sich auf 3 Feldern: Familie, Beruf und Freunde. Ihre Beziehung ist gescheitert und im Berufsleben müsste sie eigentlich die Ellenbogen ausfahren, was ihr aber nicht wirklich liegt. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist nicht sonderlich eng. So bedarf es schon nur eines kleinen Schritts zur Seite, um so in die Fänge einer Sekte zu geraten. Ich bin mir sicher, dass allein schon aus rechtlichen Gründen nur ein Teil der Wahrheit ans Licht kommt, aber die Spitze eines Eisbergs kann allein schon erschreckend genug sein. Das System, in dem sich Marion wiederfindet und in das sie immer tiefer gezogen wird, ist ausgeklügelt bis ins letzte Detail. Symptome sind u.a., dass Marion die Kontakte zu Personen außerhalb von Scientology mehr und mehr abbricht. Gesellschaftliche Isolation ist durchaus angestrebt und gewollt. Es ist dann schon konsequent, dass dies physische wie psychische Auswirkungen auf Marion hat, die sich gerade noch rechtzeitig aus den Fängen der Sekte befreien kann und selbst dann keine Ruhe findet. Immer wieder erhält sie Anrufe, auch wenn ihre Telefonnummer eigentlich geheim ist. Allein dieser Umstand deutet an, wie tief verwurzelt Scientology ist.

„In der Sekte“ ist der klassische Comic, den ich in einem Stück gelesen habe und mich nicht einmal erinnern kann, ob ich während des Lesens geatmet habe. Dafür zieht dieser Bericht über die Aussteigerin den Leser zu sehr in seinen Bann.

Louis Alloing zeichnet diese Graphic Novel mit einem klaren franko-belgischen Strich. Der Comic selbst ist dreifarbig gestaltet mit Blau als Kontrastfarbe.

Zweifellos gehört dieser Comic in jede Schulbibliothek, denn er klärt so viel besser, intensiver und einfühlsamer über das Sektentum auf, als dies der eigentliche Schulunterricht zu leisten vermag.