Black Widow # 1: Krieg gegen S.H.I.E.L.D.

BLACK+WIDOW+1 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Black Widow # 1-6.

Mark Waid ist natürlich längst ein profilierter Autor. Insbesondere sein Run bei den Fantastic Four wird ewig unvergessen bleiben. Was Waid aber mit der aktuellen Black Widow Story geschaffen hat, ist einfach nur unglaublich. Das Spionage Genre erlebt so in der Neunten Kunst definitiv neue, vielleicht sogar ungeahnte Höhen. Egal, welche Spannungsmomente andere Medien, wie z.B. der Film, generieren können, Waid erreicht dies mit großem Perfektionismus. Dabei gelingt es ihm nicht nur, eine beliebige Story zu erzählen, sondern weist wirklich einen Plot auf, der auf den Punkt kommt, jede Menge unerwarteter Wendungen aufweist und auch wirklich Gehalt hat.

Die Ereignisse betreffen Black Widow unmittelbar. Also geht es natürlich um den berüchtigten Red Room, der auch schon in anderen Black Widow Stories Thema war. Doch Waid geht hier mindestens einen Schritt weiter als seine Vorgänger und es gelingt ihm dabei sogar , um den Gegenspieler Natashas zu bauen, der erst auf den letzten Seiten enttarnt wird. Dass dieser Telepath ist, mag dann etwas zu dick aufgetragen sein, aber es wird auch klar, worauf Waid damit hinaus will.

Chris Samnee stellt mit seinem dynamischen Strich und seiner Panelarchitektur sein großes Talent einmal mehr unter Beweis.

Wer bisher vielleicht noch kein Fan von Black Widow war, wird es nach dem Lesen dieses Bandes sein.

Black Widow # 1, Panini, 140 Seiten, 16,99 €

Fantastic Four # 1 (von 3): Der lange Abschied

FANTASTIC FOUR 1: DER LANGE ABSCHIED TEIL 1 (VON 3) Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Fantastic Four # 1-8. Der Titel ist schon fast wie ein Spoiler. Wir sollen oder besser müssen uns von den Fantastic Four verabschieden. So ganz will und kann ich das noch nicht glauben. Schließlich handelt es sich hier doch um Marvel’s First Family sowie um  meine (chronologisch) zweite Marvel Liebe (nach Spider-Man).

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Daredevil # 5: Ein Leben in Angst

Daredevil_23 Wie jagt man einem „Teufelskerl“ Angst ein, damit er Fehler macht und so angreifbar wird? Diese Frage stellt sich offenbar der unbekannte Gegenspieler von Daredevil, der förmlich aus dem Nichts angreift. Und er hat Antworten auf diese Fragen. Immer mehr und immer wieder wird nicht nur Daredevil in die Enge getrieben, sondern auch seine Freunde sind bedroht. Daredevil weiß nicht, wann und wo sein unbekannter Peiniger zuschlagen wird.

Mark Waid legt eine unglaublich spannende Story vor, die zunächst mit einer typischen Superheldenstory nicht viele Gemeinsamkeiten aufweist. Schaut man jedoch mal genau hin, handelt es sich durchaus um eine Superheldenstory, die aber, wie es sich für eine typische Daredevil Story gehört, auch andere Elemente aufweist.

Mark Waid gelingt es, Matt Murdock wie auch Daredevil mit einer ganz besonderen Charaktertiefe zu versehen. Gleichzeitig stellt er darüber eine Verbindung zum Leser her. Wir fiebern mit Daredevil mit, wie wir es in einem Superheldencomic schon länger nicht mehr erleben durften. Matt gesteht Foggie, dass er sich fühlt, als lege jemand eine Schlinge um seinen Hals. Dies können wir leicht nachempfinden. Wir spüren förmlich, wie eng die Luft für Daredevil wird. Mark Waid ist hier etwas ganz Besonderes gelungen. Er hat die finsteren Momente, die Bendis und Brubaker bei dieser Serie so gekonnt pflegten, teilweise für seine Story adaptiert. Leidglich die Schwere seiner Vorgänger hat er außen vor gelassen. Darunter leidet weder die Atmosphäre noch die Spannung des Plots. Dafür ist Daredevil zu sehr persönlich getroffen.

Die Auflösung, wer nun tatsächlich das Mastermind hinter den Anschlägen ist, wird geboten und ich werde einen Teufel tun, dies hier zu verraten. Verraten kann ich nur, dass es sich um einen Antagonisten handelt, der den allermeistern Lesern bekannt sein dürfte.

Faszinierend ist auch einer der Gehilfen dieses Gegenspielers, der wie eine Art finsteres Abziehbild von Daredevil agiert und ihm alles abfordert.

Eine der bewegenden Schlüsselszenen kommt völlig ohne Daredevil aus. Foggy Nelson befindet sich im Krankenhaus und gelangt auf eine Kinder Krebsstation. Sie geben ihm den Mut und den Optimismus, den er braucht, um seine eigene Behandlung durchzustehen.

Dass dieser Band so atmosphärisch und spannend ist, ist natürlich auch Chris Samnee zu verdanken. Sein strich ist voller Leichtigkeit und mit Hilfe seines Koloristen, Javier Rodriguez, machen besonders seine Licht und Schattenspiele Spaß.

Daredevil # 3: Getrennte Wege

 Der vorliegende Band veröffentlicht die US-Hefte # Daredevil 12-16.

Hatte ich den letzten Band in höchsten Tönen gelobt, müsste ich mir neue Superlativen einfallen lassen. Mark Waid hat erneut ein feines Meisterwerk vorgelegt, das keine Wünsche offen lässt. Er beschreitet mit seinen Subplots um die Staatsanwältin Kirsten McDuffie, die in gewisser Weise schon an Karen Page erinnert, bekannte Wege und erfindet sie dennoch neu. Die Dialoge zwischen Matt und Kirsten sind spitzig, voller Wortwitz und verbreiten eine knisternde Spannung.

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