Uncanny Inhumans # 2: Der unsichtbare Feind

UNCANNY+INHUMANS+2 Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Uncanny Inhumans # 5-10.

Die Inhumans kennt der geneigte Marvel Leser als ein zurückgezogenes Völkchen, das sich nach innen und damit den eigenen Problemen zuwendet.

Das ist in seinen Grundzügen noch immer erkennbar, aber längst aufgeweicht. Dies liegt einerseits an der Trennung von Black Bolt und Medusa, andererseits daran, dass die Inhumans im Vorgriff auf den zunächst geplanten und nunmehr wohl gestrichenen Kinofilm entsprechend zu puschen sind. Sie stehen nunmehr in unmittelbarer Konkurrenz zu den X-Men, deren Filmrechte ja nicht bei Marvel / Disney liegen.

Doch wenden wir uns nunmehr dem Band unmittelbar zu. Charles Soule legt seine Story, die aus 2 unterschiedlichen Teilen besteht, ungemein klug an.

Black Bolt betreibt einen Club, der treffenderweise „Quiet Room“ heißt und natürlich geht es dort alles Andere als ruhig zu.

Derweil versucht Medusa ihr Verhältnis mit der Fackel vor Crystal zu verbergen, was natürlich nur bedingt gelingt.

Die Stärke des Bandes liegt darin, dass die beiden Stories kaum unterschiedlicher sein können, den Leser folglich völlig differenziert ansprechen und doch insgesamt bestens unterhalten.

Die Story aus dem Quiet Room ist ein klassischer Wirtschaftskrimi voller Drehungen und Wendungen, die sehr viel Spannung generieren. Herzstück ist für mich allerdings das sehr sensible Dreiecksverhältnis zwischen Medusa, der Fackel und Crystal. Den scheinbar unlösbaren Konflikt löst Soule dann wieder in 2-3 Panels auf, in denen er sogar auf Dialoge verzichtet. Hier zeigt sich, was Comic als Neunte Kunst kann, wenn das Zusammenspiel zwischen Autor und Künstler so stimmig ist wie hier.

In dieser Form machen die Inhumans mehr Spaß denn je!

Uncanny Inhumans # 2, Panini, 132 Seiten, 14,99 €

 

 

Spider-Man 2099 # 2: Neue Götter

SPIDER-MAN+2099+2 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Spider-Man 2099 #6-12.

Nahezu nahtlos knüpft Peter David mit dem vorliegenden Band an Band # 1 an. Gleichzeitig nutzt er diese Ausgabe, um einige Fragen aus Band # 1 zu beantworten und neue Subplots zu öffnen.

Da haben wir eine neue Inhuman, Gloriana, die von Menschen nicht allzu viel hält und schlichtweg als Göttin betrachtet werden will. Ich bin gespannt, wohin uns dieser Plot noch führen wird. Peter David hat sich mit ihr im Grunde alle Optionen offen gehalten.

Für Spider-Man 2099 sind Zeitreisen und alternative Zeitlinien nicht gerade untypisch. So auch hier. Dass dies spannend und nahezu dramatisch erzählt ist. liegt natürlich an Peter David. mit jedem Dialog merkt man als Leser, wie gut er seinen Charakter kennt und auch beherrscht.

Die Zukunftsvariante der Sinistren Sechs aus dem Jahr 2099 trifft ebenso sehr ins Schwarze wie auch die Enthüllung des Drahtziehers. mit all diesen variablen istd er Boden für eine spannende Fortsetzung bereitet.

Gleichzeitig räume ich gerne ein, dass Spider-Man 2099 zurzeit wesentlich mehr Gehalt und Inhalt hat wie Spider-Man, der hier einen Gastauftritt hat, selbst.

Will Sliney legt ein sehr gekonntes Artwork vor. Er nutzt ruhigere Panels, um die Charaktere selbst in den Vordergrund zu schieben, um in Actionsequenzen den Leser mit einem dynamischen Strich zu fesseln.

Spider-Man 2099 bietet Unterhaltung auf hohem Niveau und macht Hoffnung, dass es noch gute Stories aus dem Spidey Universum zu erzählen gibt.

Spider-Man 2099 # 2, Panini, 156 Seiten, 16,99 €

isoundwords # 40: Die Eine über die neue Schwierigkeit von Signierterminen

Als ich diese Kolumne schreibe, bin ich über die sog., teilweise sehr kreativ gestalteten Abi-Banner erstaunt, die ich auf meiner täglichen Gassi-Geh-Runde sehe. Unwillkürlich denkt man an seine eigene Abi-zeit zurück. Da gab es die Abi-Banner noch nicht. Woher auch? Wir hatten ja nichts.. Es gab nur den gut gemeinten Rat der Mutter, „sich nicht so verrückt zu machen“, mit der geraunzten Antwort, dass man „sich nicht verrückt mache“, wobei das Raunzen an sich das Eingeständnis war, dass man sich eben doch verrückt gemacht hat.

Doch nun zum eigentlichen Thema:

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Spider-Women # 1: Mit Netz, Charme und Spinnenkraft

SPIDER-WOMEN Mit dem vorliegenden Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Spider-Woman Alpha # 1, Spider-Gwen # 7,8, Silk # 7, 8, Spider-Woman 6, 7 sowie Spider-Woman Omega # 1.

Wenn Spider-Gwen eine Rolle spielt, kann Erde-65 nicht weit sein. Spider-Gwen wandelt zwischen ihrer Dimension und Erde-616 hin und her. Dabei trifft sie immer wieder auf Silk. Beide Damen sind im Teenager Alter und sie haben so ihre Schwierigkeiten mit dem Team Building, was besonders Spider-Woman an den Rand des Wahnsinns treibt. Schließlich ist sie schon Mutter und wird diese Rolle auch als Superheldin nicht wirklich los. Immer wieder muss sie die Teenager auf die Spur bringen. Dies bekommt eine besondere Wendung, als sie zwischenzeitlich auf Erde-65 gestrandet sind und Spider-Woman eigentlich zu ihrem Sohn zurückkehren will bzw. muss.

So lebt der Plot lange Zeit von der Interaktion der 3 Heldinnen, was erst dann eine Wendung erfährt, als sie erfahren, wer ihre wahre Gegenspielerin ist. Dies möchte ich an dieser Stelle gar nicht spoilern, aber das Motiv des bösen Zwillings und dies im doppelten Sinne wird von dem Autoren Trio reichlich gepflegt.

Erde-65 mit seinen Anspielungen auf unsere Welt, die haarscharf an der Realität vorbeizielen, lässt uns immer wieder schmunzeln. Als Speerspitze möchte ich da nur „Starkbucks“ anführen.

Bei den Heldinnen macht Marvel zurzeit (fast) alles richtig. So auch hier. Witzige Dialoge, eine Handlung mit der einen oder anderen überraschenden Wendung wissen zu gefallen. Zeichnerisch ist der Band nicht ganz vorne, aber der Plot und die Interaktion zwischen den Heldinnen machen dies wett.

Hervorheben möchte ich allerdings die wunderschönen Cover von Yasmine Putri.

Spider-Women # 1, Panini, 212 Seiten, 19,99 €

 

Lois und Clark # 2: Ankunft

SUPERMAN%3A+LOIS+UND+CLARK+2 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Lois und Clark # 5-8. Gleichzeitig handelt es sich um den Abschlussband dieser Serie.

Dan Jurgens ist ein Autor, der bei einer Serie stets das große Rad drehen möchte und dies im positiven Sinne. so hat er Superman schon einmal umgebracht, war der Drahtzieher bei Spider-Mans Klon-Saga und hat auch einen beachtenswerten Thor Run geschrieben.

Nun ist er wieder bei Superman angekommen. Was mich aber an Band # 2 beeindruckt, ist, wie er in nur 4 US-Ausgaben all die Subplots abarbeitet, die er mit den ersten 4 Teilen entwickelt hat. Dies ist spannend, mit hohem Tempo erzählt, ohne dabei zu überziehen oder gar gehetzt zu wirken, und wunderbar getimt. jeder Dialog hat seinen Sinn und baut geschickt auf der Vorszene auf.

Ein Highlight dieses Bandes sind die Gespräche zwischen Jon und seinen Eltern, der natürlich die Geheimidentität seines Vaters entdecken muss. Schließlich erkennen wir, dass auch Superman nicht an allen Ecken und Kanten der Welt gleichzeitig sein kann, so dass Jon auch seinen Beitrag leistet, damit sich er und seine Mutter aus den Fängen der Intergang befreien können.

Als Leser darf man dann natürlich gespannt sein, wie sich die Ereignisse aus dieser Miniserie in den Kontext von Rebirth einordnen werden. Jurgens hat es jedenfalls geschafft, meine Neugier zu wecken.

Von den an diesem Band beteiligten Zeichnern beeindruckt Lee Weeks am meisten.

Lois und Clark, Band # 2, 100 Seiten, 12,99 €

Black Widow # 1: Krieg gegen S.H.I.E.L.D.

BLACK+WIDOW+1 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Black Widow # 1-6.

Mark Waid ist natürlich längst ein profilierter Autor. Insbesondere sein Run bei den Fantastic Four wird ewig unvergessen bleiben. Was Waid aber mit der aktuellen Black Widow Story geschaffen hat, ist einfach nur unglaublich. Das Spionage Genre erlebt so in der Neunten Kunst definitiv neue, vielleicht sogar ungeahnte Höhen. Egal, welche Spannungsmomente andere Medien, wie z.B. der Film, generieren können, Waid erreicht dies mit großem Perfektionismus. Dabei gelingt es ihm nicht nur, eine beliebige Story zu erzählen, sondern weist wirklich einen Plot auf, der auf den Punkt kommt, jede Menge unerwarteter Wendungen aufweist und auch wirklich Gehalt hat.

Die Ereignisse betreffen Black Widow unmittelbar. Also geht es natürlich um den berüchtigten Red Room, der auch schon in anderen Black Widow Stories Thema war. Doch Waid geht hier mindestens einen Schritt weiter als seine Vorgänger und es gelingt ihm dabei sogar , um den Gegenspieler Natashas zu bauen, der erst auf den letzten Seiten enttarnt wird. Dass dieser Telepath ist, mag dann etwas zu dick aufgetragen sein, aber es wird auch klar, worauf Waid damit hinaus will.

Chris Samnee stellt mit seinem dynamischen Strich und seiner Panelarchitektur sein großes Talent einmal mehr unter Beweis.

Wer bisher vielleicht noch kein Fan von Black Widow war, wird es nach dem Lesen dieses Bandes sein.

Black Widow # 1, Panini, 140 Seiten, 16,99 €

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Web-Warriors # 2: Zerfallendes Netz

SPIDER-MAN%3A+WEB-WARRIORS+2 Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Web-Warriors # 6-11. Gleichzeitig handelt es sich um die Finalausgabe dieser Serie.

Autor Mike Costa setzt seine Handlung nahtlos dort fort, wo Band # 1 endete. Roter Faden der Handlung bleibt zunächst die Suche nach den verschollenen Spider-Woman (Mayday Parker) und Braddock. Natürlich sind auch die Schäden am Netz weiterhin ein Leidthema und sollen es bis zum Ende bleiben, in dem uns auch eine nachvollziehbare Begründung, die nicht einer gewissen Ironie entbehrt, geliefert wird.

Mike Costa baut seien Plot zunächst schon fast bedächtig auf, um schließlich immer mehr an der Temposchraube zu drehen. Und genau hierin liegt mein einziger Kritikpunkt am Plot. Gegen Ende wirkt die Handlung fast schon ein wenig gehetzt. Vielleicht hätte Costa noch 1-2 weitere Ausgaben benötigt.

Ansonsten bietet Costa das, was man als Leser der Web-Warriors erwarten darf, eine turbulente Handlung auf Basis teilweiser schräger Charaktere (ich werde mich wohl nie so recht an Spider-Ham gewöhnen). Das Erzähltempo steuert Costa mit dem Springen in die verschiedenen Welten und einem fast schon ratlosen Karn, der verzweifelt versucht, das Netz zusammenzuhalten.

Heimlicher Star des Bandes ist und bleibt natürlich Spider-Man Noir, der die Handlung fast schon im Stil eines Rorschach kommentiert, ohne jedoch dessen finsteren Zynismus zu erreichen, was hier allerdings auch unangebracht wäre.

Leider endet diese Serie mit der US-Ausgabe # 11, was aber auch kein großes Wunder ist. Serien mit einer Zusammenstellung solch teilweiser obskurer Charaktere hat naturgemäß keine langen Halbwertzeiten. Dennoch darf sie in der Sammlung eines Spider-Fans keinesfalls fehlen.

Web-Warriors # 2, Panini, 126 Seiten, 14,99 €.

 

 

Captain Marvel # 1: Wächter der Erde

CAPTAIN+MARVEL+1 CAPTAIN+MARVEL+1+VARIANT Mit diesem Band veröffentlicht Panini die US-Ausgaben Captain Marvel # 1-5.

Captain Marvel übernimmt die Leitung von SWORD, jener Organisation, die extraterrestrische Aktionen auf der Erde überwacht und für Angriffe aus dem All die erste Verteidigungslinie bildet. Erinnert an die Men in Black, aber ohne „Blitz-Dings“ und jeden weiteren Comedy Faktor.

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